In 3 Stufen wieder sauber - oder: Wie funktioniert eine Kläranlage?

Am Zufluss zu einer modernen Kläranlage befindet sich ein mechanischer Rechen, der große Schwimm- und Feststoffe entfernt. Grobe mineralische Stoffe werden - weil sie durch ihr hohes Gewicht schnell zu Boden sinken - bereits im Sandfang entfernt, leichtere setzen sich im Vorklärbecken als Schlamm ab. Nach der mechanischen Vorklärung beginnt die biologische Reinigung.

Im Belebungsbecken fressen Mikroorganismen biologisch abbaubare Stoffe. Hierzu benötigen sie viel Luft, die von außen eingeblasen werden muss. Oft werden in denselben Becken auch die Nährstoffe Phosphor und Stickstoff entfernt. Die Nachklärung scheidet die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte ab, in der Filtration werden auch noch die letzten Schmutzstoffe beseitigt.

Schemzeichnung einer Kläranlage Vereinfachtes Schema einer Kläranlage; Grafik: J.-C. Rost, Stuttgart
  1. Bei starken Niederschlägen wird das gesammelte „Mischwasser“ in Regenbecken zwischengespeichert, um die Kläranlage nicht zuüberlasten.
  2. In der Kläranlage säubert ein Rechen das Abwasser zuerst mechanisch: Große Schwimm- und Fremdstoffe werden hier entfernt.
  3. Im Sandfang sinken mineralische Stoffe, die schwerer sind als Wasser, zu Boden.
  4. Die verbliebenen Feststoffe werden im Vorklärbecken entfernt:.
  5. Nach der mechanischen Reinigung folgt der biologische Teil des Klärvorganges im Belebungsbecken. Bestimmte Mikroorganismen bauen hier die organischen Stoffe des Abwassers ab. Dafür muss Sauerstoffzugeführt werden.
  6. Im Nachklärbecken setzen sich die Mikroorganismen als Schlamm ab und trennen sich so vom gereinigten Abwasser.
  7. Das gereinigte Wasser aus dem Nachklärbecken ist so sauber, dass es – unter ständiger Kontrolle – direkt einem Gewässer zugeführt werden kann.
  8. Ein Teil der Mikroorganismen aus dem Nachklärbecken wird zurück in den Reinigungsvorgang geleitet. Der andere Teil gelangt in den Faulturm.
  9. Das beim Faulprozess im Faulturm entstehende Gas kann zur Energiegewinnung genutzt werden.
Grafik Anzahl der Kläranlagen in Bayern 1950 gab es nur 20 Kläranlagen in Bayern, heute sind es 3.100! Dank der Reinigung der häuslichen und betrieblichen Abwässer verbesserte sich die Gewässergüte unserer Flüsse und Seen.

Der Weg des Klärschlamms

Je besser eine Kläranlage reinigt, umso mehr Schlamm fällt an. 1996 entstanden bei der kommunalen Abwasserentsorgung in Bayern 306.000 Tonnen Klärschlamm! Sofern von Schadstoffen unbelastet, wird er in der Landwirtschaft als Düngemittel verwendet oder im Landschaftsbau verwertet. Der Rest wird behandelt, verbrannt oder deponiert.

Bayerisches Landesamt für
Umwelt

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