Wie entsteht Grundwasser

Grundwasser musst du dir vorstellen wie Wasser in einem Schwamm. Es sammelt sich in sehr kleinen Hohlräumen des Untergrunds.

Grundwasser entsteht vor allem aus Niederschlagswasser , das in den Boden versickert und aus Wasser, das aus oberirdischen Gewässern, also Bächen, Flüssen, Seen in den Untergrund gelangt.

Angetrieben von der Schwerkraft bewegt sich das Wasser zunächst mehr oder weniger senkrecht nach unten. Dabei durchdringt es die teilweise mit Luft gefüllten Hohlräume des Bodens. Die Abwärtsbewegung des Wassers wird erst dann gestoppt, wenn es auf eine wasserundurchlässige Gesteinsschicht trifft. Diese auch als Grundwasserhemmer bezeichneten Schichten weisen nur sehr kleine oder kaum zusammenhängende Hohlräume auf, so dass das Wasser nicht weiter versickern kann und sich zu einem geschlossenen Grundwasserkörper sammelt.

Grundwasser kann also immer nur dann entstehen, wenn Wasser in den Boden einsickert.
Den Vorgang bei dem Wasser in den Boden eindringt und zu Grundwasser wird nennt man Grundwasserneubildung.

Per Grafik wird der Weg des Niederschlagswassers im Untergrund dargestellt.
Grundwasser bildet sich vor allem durch Versickern von Niederschlagswasser. Grafik: Claus J. Lienau, München

Die Abbildung beschreibt den Weg des Niederschlagswassers. Der Großteil wird ohne den Boden zu erreichen von Pflanzen und sonstigen Oberflächen wieder an die Lufthülle abgegeben, das heißt es verdunstet. Niederschlagswasser, das nicht verdunstet, versickert im Boden oder fließt auf der Oberfläche ab in Richtung eines Baches oder Flusses. Das versickerte Wasser kann in den Bodenhohlräumen ebenfalls zu einem Bach oder Fluss unterirdisch abfließen (Zwischenabfluss) oder es wird zu Grundwasser. Aber auch Grundwasser kann fließen, etwa - wie im Bild dargestellt - in Richtung eines Baches. Umgekehrt kann aus einem Bach oder Fluss Wasser seitlich und an der Sohle versickern und so zu Grundwasser werden.

Wasser aus dem Fließgewässer gelangt seitlich ins Grundwasser
... es sei denn, es herrscht Hochwaser. Dann kann Flusswasser seinerseits ins Grundwasser zurückfließen.
Grafiken: J.-C. Rost, Stuttgart

Innerhalb Bayerns schwankt die Grundwasserneubildung stark. In den trockensten Gebieten Nordbayerns, zum Beispiel in Unterfranken werden pro Quadratmeter und Jahr nur 50 Liter Grundwasser neu gebildet, am Alpenrand sind es dagegen bis zu 2.000 Liter. Hauptursache für den Unterschied sind die unterschiedlichen Niederschlagshöhen, das heißt wie oft und wie intensiv es regnet.

Ein Franke dem das Wasser bis zu den Knien reicht und ein Oberbayer dem das Wasser bis über dem Kopf steht.
So unterschiedlich ist der Niederschlag in Bayern verteilt:
Stell dir vor, ein Franke und ein Oberbayer befinden sich jeweils in einem Behälter mit der Grundfläche eines Quadratmeters. Diese Behälter werden für ein Jahr unter freien Himmel gestellt und die Verdunstung außer Acht gelassen. Wie du siehst, der Franke kriegt nur nasse Füße, dem Oberbayer steigt das Wasser über den Kopf. Grafik: J.-C. Rost, Stuttgart

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