Wenn Wasser zu Wasserdampf wird

Nicht jeder Tropfen, der auf die Erde fällt, dringt in den Boden ein und wird zu Grundwasser. Ein Großteil verdunstet vorher und kehrt so direkt in die Lufthülle (Atmosphäre) zurück. In der Wasserbilanz ist Verdunstung eine wichtige Größe, da sie über 50 Prozent der Ausgabenseite ausmacht (siehe Kapitel "Wieviel Wasser ist im Umlauf?").

Wieviel von dem Niederschlag von Pflanzen und sonstigen Oberflächen verdunstet, hängt zum Beispiel ab von der örtlichen Windgeschwindigkeit, Lufttemperatur, Bodengestalt und dem Bewuchs.

Im Gegensatz zu Niederschlag und Abfluss ist die Verdunstung über einem Gebiet nur schwer messbar. Man behilft sich mit nachstehender mathematischer Formel:

Verdunstung = Niederschlag - Abfluss

Beispiel: In Bayern fallen durchschnittlich 939 Millimeter (mm) Niederschlag pro Jahr auf einen Quadratmeter (m2). Davon fließen 390 mm oberirdisch oder als Grundwasser ab. Setzt man diese Zahlen in die oben stehende Formel ein, errechnet sich der Wert für die Verdunstung in mm pro m2 und Jahr, nämlich 549:

549 = 939 - 390

Bayerisches Landesamt für
Umwelt

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