Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wie viel Wasser ist in Bayern im Umlauf?

Der Wasserkreislauf beschreibt, wie Wasser etwa im Atlantik verdunstet, über Ländergrenzen hinweg bis nach Bayern gelangt und dort abregnet. Wasser kann aber auch durch Flüsse nach Bayern transportiert werden oder unterirdisch als Grundwasser einfließen.

Um herauszufinden, wie viel Wasser in Bayern im Umlauf ist (in der Luft, auf der Erdoberfläche in Flüssen und Seen sowie im Untergrund) erstellen Fachleute eine Bilanz, genauer: eine Wasserbilanz.
Das heißt sie überlegen, an welchen Stellen wie viel Wasser nach Bayerns hineinkommt (Einnahmen) und an welchen Stellen wie viel Wasser wieder hinaus gelangt (Ausgaben).

Wasser-Einnahmen

  • Niederschlag
  • Zuflüsse aus angrenzenden Ländern durch Bäche und Flüsse wie auch als Grundwasser

Wasser-Ausgaben

  • Verdunstung
  • Abfluss in angrenzende Gebiete (sowohl in oberirdischen Gewässern als auch im Grundwasser)

Bedenke:

  • Der Wasserkreislauf der Erde ist ein geschlossenes System. Hier ist keine Bilanzierung mit Einnahmen und Ausgaben möglich. Dagegen kann eine Wasserbilanz für jeden beliebigen Ausschnitt der Erdoberfläche, also zum Beispiel das Gebiet Bayerns aufgestellt werden.
  • Für eine Wasserbilanz zählt nur die Menge, nicht die Qualität des Wassers. Mit Qualität ist gemeint, ob das Wasser "gut" oder "schlecht" ist, also verschmutzt oder gar gesundheitsschädlich.

Wasserbilanz für Bayern

Welche Wassermengen nach Bayern gelangen und aus Bayern hinausgehen zeigt in Zahlen ausgedrückt die nachstehende Abbildung rechts. Man kann sich die Wasser-Eingaben und Wasser-Ausgaben auch bildhaft vorstellen; dazu dient die Grafik links.

Schema zur Verdeutlichung der Wasser-Einnahmen und Wasser-Ausgaben
Wasserbilanz für Bayern. Die Zahlen bedeuten Wasserhöhen in Milimeter (mm) pro Jahr und Quadratmeter (m2).

Von den durchschnittlich 939 Millimetern (mm) Jahresniederschlag in Bayern - das sind anders ausgedrückt 939 Liter pro Quadratmeter - werden etwa 397 mm von Planzen, 150 mm über den Boden und andere Oberflächen sowie 2 mm aus Kühltürmen von Kraftwerken verdunstet - macht insgesamt 549 mm.
Die übrigen 390 mm fließen über das Grundwasser (207 mm), über Quellen, Bäche und Flüsse (183 mm) dem Meer zu. Zusätzlich zu den Niederschlägen fließen circa 351 mm in Form von Grundwasser und Oberflächenwasser (hauptsächlich aus Baden Württemberg und Österreich) nach Bayern. Insgesamt verlassen circa 741 mm Oberflächen- und Grundwasser Bayern in Richtung Nachbarländer und münden schließlich ins Meer.

Von der gesamten zur Vefügung stehenden Wassermenge nutzt der Mensch rund 76 mm. Von diesem Wasser kehren 74 mm als erwärmtes oder verschmutztes Wasser über Oberflächengewässser oder Grundwasser sowie 2 mm durch Verdunstung in den Wasserkreislauf zurück. Zu beachten ist, dass der Mensch zwar Wasser nutzt aber nicht wirklich verbraucht. Das von ihm genutzte Wasser wird dem System also wieder zugeführt.

Warum ist es wichtig, eine Wasserbilanz für Bayern zu erstellen?

Wasser wird vielfältig genutzt. Die Bevölkerung benötigt Trinkwasser in sehr guter Qualität etwa zum Trinken, Kochen oder zur Körperpflege. Industriebetriebe verwenden Wasser für ihre Produktion, die Landwirtschaft etwa zur Feldbewässerung. Der Großteil des so verwendeten Wassers ist Grundwasser.

Wenn eine Wasserbilanz erstellt wurde, ist bekannt, wieviel Grundwasser im Laufe eines Jahres durchschnittlich entsteht. Dann kann man darauf achten, dass im Laufe eines Jahres nicht mehr Grundwasser entnommen wird, als sich neu bildet. Auf diese Weise werden die Grundwasservorkommen dauerhaft vor einer Übernutzung geschützt.