Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wohin fließt oder versickert das Regenwasser?

Bei Regen versickert ein Teil des Wassers im Boden und wird zu Grundwasser. Ein anderer Teil fließt auf der Oberfläche ab.

Wieviel Wasser abfließt und wieviel versickert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Bewuchs
    In der freien Natur fällt der Regen zunächst auf Pflanzen. Vor allem zu Beginn eines Regens dringt kein Wasser durch das Blätter- oder Nadeldach der Bäume.
    Erst wenn mehr Regen fällt als auf den Pflanzen haften bleibt, beginnt es zu tropfen und nach und nach erreicht der Regen den Boden.

    Die Pflanzen können in einer Wiese zwei, im Wald bis zu fünf Liter Wasser pro Quadratmeter auf ihren Oberflächen festhalten. Nach dem Regen verdunstet dieses Wasser größtenteils wieder.

    Der Bewuchs speichert Wasser und verbessert die Wasserdurchlässigkeit der Bodenoberfläche, weil er mit seinen Wurzeln den Boden durchzieht. So kann Wasser schneller einsickern.

  • Gelände
    Wasser, das im Boden versickert, bewegt sich nur langsam nach unten. Wenn es für längere Zeit intensiv regnet, trifft mehr Wasser auf die Erdoberfläche auf, als nach unten versickern kann. Es kommt zum "Stau". Auf der Oberfläche sammelt sich dann das Wasser in Mulden und Furchen oder fließt ab.

  • Boden
    Der Boden ist ein ausgezeichneter Wasserspeicher. Ausschlaggebend für die Speichereigenschaften sind die Hohlräume im Boden. Ihre Größe und Form ist abhängig von Humusgehalt, Bodenart, Bodenmächtigkeit und Bodendichte. Erst wenn die Hohlräume im Boden mit Wasser gefüllt sind, kann der Boden kein Wasser mehr aufnehmen - dann fließt es an der Oberfläche ab.

  • Versiegelung
    Von verdichteten, befestigten (also asphaltierten oder gepflasterten) und bebauten Flächen fließt nahezu alles Wasser unmittelbar ab, das heißt es landet in der Regel in einem Kanal und wird einem Bach oder Fluss zugeleitet. Es versickert nichts in den Boden.