Der Blick in den Untergrund

Die Wasser führenden Schichten im Untergrund heißen Grundwasserleiter.

In den Grundwasserleitern bewegt sich das Grundwasser entsprechend seinem Gefälle. Anders als häufig vermutet fließt es dabei aber kaum in "Wasseradern", wie ein unterirdischer Bach. Stattdessen durchströmt es auf breiter Fläche sehr kleine Hohlräume des sandigen, kiesigen oder aus Klüften bestehenden Untergrunds.

Grundwasser trifft man in unterschiedlichen Tiefen an. In manchen Regionen Bayerns befindet es sich in nur einem Meter oder weniger unter der Erdoberfläche, andernorts erst in Tiefen über 50 Meter. Auch in noch größeren Tiefen gibt es Grundwasser, wie eine Tiefenbohrung in Windischeschenbach in der Oberpfalz gezeigt hat. Hier hat man in einem geologischen Forschungsprojekt bis in 9.101 Meter Tiefe gebohrt und noch am Grunde des Bohrloches Wasser nachgewiesen.

Grundwasserleiter in Bayern

Die Beschaffenheit der Grundwasserleiter geht auf die erdgeschichtliche Entwicklung zurück. Während Bayern südlich der Donau zu 83 Prozent aus Lockergestein besteht, triff man in Nordbayern bis zu 98 Prozent Festgestein an.

Grafik Kluftgrundwasserleiter
Kluftgrundwasserleiter: Hier bilden Klüfte und Spalten in Festgesteinen die Hohlräume. Sie können eine im Vergleich zum gesamten Gesteinsvolumen eher geringe Grundwassermenge speichern. Kluftgrundwasserleiter finden wir zum Beispiel im Spessart (Nordbayern).

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Grafik Karstgrundwasserleiter
Karstgrundwasserleiter: In den wasserlöslichen Kalkgesteinen können die Klüfte vom durchströmenden Grundwasser zu Gängen und Höhlen erweitert werden. Dieser Vorgang wird als Verkarstung bezeichnet. Karstgrundwasserleiter gibt es zum Beispiel im Bereich der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Grafik: J.-C. Rost, Stuttgart

Betrachtet man die verschiedenen Grundwasserleiter aus der Nähe werden die unterschiedlichen Größen und Formen ihrer Hohlräume erkennbar:

Darstellung der Hohlräume von Porengrundwasserleiter, Kluftgrundwasserleiter, Karstgrundwasserleiter
Größe und Form der Hohlräume im Untergrund sind entscheidend für die Wasserspeicherfähigkeit.
Von links nach rechts sind dargestellt: Poren-, Kluft-, Karstgrundwasserleiter.

Die Beschaffenheit des Untergrundes ist auch verantwortlich für die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers.
In einem Porengrundwasserleiter legt das Grundwasser nur einige Zentimeter bis maximal wenige Meter pro Tag zurück. Bei Karstgrundwasserleitern kann das Wasser wegen der größeren Hohlräume Fließgeschwindigkeiten von mehreren Kilometern pro Tag erreichen.

Bayerisches Landesamt für
Umwelt

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