Natürliche Faktoren im Einzugsgebiet

Welche natürlichen Faktoren bestimmen das Erscheinungsbild von Bächen und Flüssen?

Relief

Der oberirdische Start eines Fließgewässers beginnt am Hang oder im Bergland, dem so genannten Quellbereich.
Während seiner Talfahrt strömt das Wasser schnell und kraftvoll hinunter ins Hügelland und schleppt dabei Steine und sogar große Felsen mit. Das Flussbett verläuft in diesem Bereich meist steil, schmal und geradlinig (siehe Bild links).

Naturnaher Fluss
Naturnaher Fluss in der Ebene;
Foto: Wasserwirtschaftsamt Kempten

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Später wird das Fließgewässer langsamer, es verliert seine Kraft, lagert größeres Material ab und nimmt dafür kleineres mit.
Im unteren Lauf, das heißt in der Ebenen fließt das Wasser meist träge in großen Schleifen dahin. Das Gewässerbett besteht aus weiten Sand- und Kiesablagerungen, die über die Jahre aus dem oberen Einzugsgebiet herangeschafft wurden (Bild rechts).

Wir halten fest: Die Höhengestaltung der Erdoberfläche hat entscheidenden Einfluss auf den Verlauf eines Fließgewässers.

Klima

Vom Gebirge bis in die tiefen Niederungen wechselt das Klima eines Einzugsgebietes und damit die Niederschlagsmenge (also wieviel es regnet oder schneit) sehr stark.
In höheren Lagen auf der Windseite staut sich die ankommende Luft, was häufig Niederschläge nach sich zieht - im Sommer als Regen, im Winter als Schnee. Regen fließt unmittelbar ab, der Schnee zeitversetzt im Frühjahr als Schmelzwasser. Im Flachland, also im Unterlauf, sind die klimatischen Bedingungen ausgeglichener und die Niederschlagsmengen geringer.

Die Menge an Niederschlag bestimmt demnach wieviel Wasser im Fließgewässer fließt.

Geologie

Die Geologie beschreibt den Entstehungsprozess des Reliefs im Zeitraum von Jahrtausenden bis Jahrmillionen. Vor allem die senkrechten Bewegungen der Erdkruste in Verbindung mit dem Faktor Zeit prägen die Einzugsgebiete und den Verlauf der Fließgewässer. Die Sand- und Kiesablagerungen (Sedimente) im Gewässer werden maßgeblich durch das vorhandene Gestein und dessen Eigenschaften bestimmt. Hier spielen unter anderem die Klüftung, die Körnigkeit, die Härte, das Verwitterungsverhalten, die chemischen Zusammensetzung des Gesteins und die Gesteinslagerung eine große Rolle.

Das Aussehen eines Fließgewässers von der Quelle bis zur Mündung

Betrachtet man einen naturnahen, das heißt vom Menschen nicht veränderten Fluss auf seiner gesamten Länge aus der Vogelperspektive, zeigt sich folgendes Bild:

Schemazeichnung zum Flussverlauf
Der Fluss verändert seine Gestalt:
Im Oberlauf ist das Gefälle hoch und der Verlauf eher geradlinig. Sein Wasser fließt schnell und führt kleine und große Steine mit sich. Im Mittellauf wird das mitgeführte Material teilweise abgelagert, Kiesbänke entstehen. Im Unterlauf werden auch die kleineren, das heißt leichteren Materialien abgelagert. Es bilden sich Flusschleifen, so genannte Mäander.

Video Wildbäche

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