Natürliche Hochwasserbremsen

Die Natur hat an alles gedacht: Je durchlässiger der Boden ist, je mehr bewachsen und je flacher das Gelände, desto mehr kann der Regen vom Boden aufgehalten bzw. zwischengespeichert werden. Deshalb sind Auenlandschaften zu beiden Seiten der Ufer eines Fließgewässers die idealen natürlichen Hochwasserbremsen. Sie können bei Bedarf einen Großteil des Wassers speichern.

Hochwasser entsteht immer dann, wenn zu viel Niederschlag in kurzer Zeit fällt, vom Boden nicht aufgenommen werden kann und deshalb in die Bäche und Flüsse abfließt. Wie auf einer Autobahn kann es beim Abfließen des Wassers zu einem Stau kommen. Die Folge: Wasser tritt über die Ufer. Wenn es dann keine Auen mehr gibt, die das Wasser aufnehmen, fehlt der natürliche Hochwasserschutz.
Was noch dazu kommt: Flüsse sind mancherorts durch Kanalisierung zu richtigen "Beschleunigungsrinnen" geworden: Viel mehr Wasser als normal kann im kanalisierten Bereich abfließen und führt dann flussabwärts durch den Staueffekt zu immer dramatischeren Überschwemmungen.

Animation straten

Animation Hochwasser

Natur kennt keine Hochwasserschäden
Hochwasser ist ein natürliches Phänomen mit einer eigentlich für die Natur sehr vorteilhaften Wirkung. Es löst und transportiert mehr Geschiebe, Nähr- und Mineralstoffe als der gewöhnliche Abfluss schaffen würde. Dadurch wird das Flussbett gereinigt und behält seine natürliche Dynamik. Gleichzeitig werden zahlreiche Stoffe abgetragen und andernorts - etwa in Auen und Altgewässern - wieder abgelagert. Das fördert die ökologische Vielfalt.

Luftbild von einem Hochwasserereignis
Die Aue stellt den Bereich beiderseits eines Fließgewässers dar, der bei Hochwasser überflutet wird. Im Bild ist die Loisach während des Pfingshochwassers 1999 zu sehen. Der Fluss verläuft bei "normalem" Wasserstand zwischen den beiden Baumreihen (grüner Pfeil). Bild: Wasserwirtschaftsamt Weilheim

Die wahren Ursachen...

Hochwasser treten verstärkt und gehäuft auf, wenn

Vor allem kleinere Gewässer mit einem hohen Anteil an versiegelten Flächen können sich innerhalb kurzer Zeit in reißende Flüsse verwandeln, bei denen der Wasserstand sich verzehnfacht. Bei großen Einzugsgebieten laufen Hochwasser gedämpfter ab, klingen jedoch länger nach.

Einen absoluten Schutz des Menschen vor Hochwasser kann es nicht geben. Maßstab für den Ausbau technischer Hochwasserschutzeinrichtungen in besiedelten Bereichen ist deshalb das 100-jährliche Hochwasser, das - wie der Name sagt - durchschnittlich alle hundert Jahre nur einmal auftritt und besonders hohe Wasserstände mit sich bringt.

Messen-Melden-Warnen

Hochwasser treten statistisch zufällig auf und können deshalb nicht immer exakt vorhergesagt werden. Eine möglichst frühzeitige und rasche Warnung der unmittelbar Betroffenen ist notwendig, um den Schutz der Anlieger und Einrichtungen und den Schutz der materiellen Güter in den betroffenen Gebieten zu gewährleisten. Gezielt werden dann z.B. Verkehrswege gesperrt, Arbeitsstätten geräumt, Versorgungsanlagen gesichert, Güter aus der Gefährdungszone entfernt. Das Prinzip "Messen-Melden-Warnen" ist mit dem Hochwassernachrichtendienst in Bayern verwirklicht. Grundlage dafür sind mehr als 320 Pegelmessstände an 40 Flüssen.

Video Hochwasserschutz in Bayern

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Zustzinfos im Netz

Links

Bayerisches Landesamt für
Umwelt

wasserforscher.de